Der Suizid
Ursachen - Warnsignale - Prävention

Bis zum heutigen Tag ist der Suizid ein
Tabu geblieben. Zum Beispiel ist wenig bekannt, dass in der Bundesrepublik
schon seit Jahren die Zahl der Suizidtoten die der Verkehrstoten
übersteigt. Dieses Buch gibt einen Überblick über die Hintergründe von
Suizid und Suizidversuch, und es informiert über Erscheinungsformen,
Ursachen, Warnsignale, Prävention und Therapie. Es geht dabei darum,
Legenden zu korrigieren und ein sowohl wissenschaftlich haltbares wie auch
in der konkreten Krisenintervention hilfreiches Bild von Suizid und
Suizidgefährdung zu vermitteln.

Die "Züricher Neue Zeitung"
schreibt über "Der Suizid. Ursachen - Warnsignale - Prävention": "Kaum jemandem ist es bekannt, dass in der
Bundesrepublik Deutschland schon über ein halbes Jahrzehnt die Zahl der Suizidtoten die der Verkehrstoten übersteigt . . . Bei den Todesursachen
in der Altersgruppe der 15- bis 35jährigen steht der Suizid nach Unfällen
an zweiter Stelle. Dies ist sicherlich als ein Warnsignal zu verstehen,
weshalb auch immer wieder Bücher zu einem lange Zeit tabuisierten Thema
wie dem des Suizids erscheinen. Der Psychiater Thomas Bronisch hat sich
dieser Problematik mit einem knappen Band zugewendet und sowohl die
Ursachen als auch die Präventionsmöglichkeiten erörtert. Die zu treffenden
Vorbeugungen wie auch die angewandte Therapie haben aber «nach den
vorliegenden empirischen Studien bis jetzt nicht zu einer merklichen
Reduktion von Suiziden geführt», sondern eher noch einem Anstieg hilflos
gegenüberstehen müssen. Zwar scheint «eine konsequente Langzeitprophylaxe»
– meist mit Hilfe von Lithium – bei «manisch-depressiven Störungen» eine
Umkehr zu bewirken. Doch alle im Affekt begangenen Selbsttötungen sind
damit natürlich nicht erfassbar. Und «ob eine konsequente medikamentöse
Behandlung die Suizidrate von Patienten mit schweren . . . oder
chronischen Depressionen senkt, ist empirisch nicht eindeutig belegt».
Dies kann freilich nicht bedeuten, dass die Psychiatrie angesichts einer
solch niederschmetternden Bilanz ihre Waffen strecken müsste, zumal sie
damit einen Grossteil ihrer Einsatzmöglichkeiten verlöre. Doch zur Frage
nach der Wiedererlangung eines verlorengegangenen Lebenssinnes scheinen
die Antworten rar zu sein. Wer krank wirkt, wird ohnehin gemieden und
damit in seiner sich verengenden Spirale noch tiefer gezogen. Und zur
Aufhellung der Perspektive erfordert es viel an Geduld und Einfühlsamkeit
der jeweiligen Mitwelt. Dass diese sich wenigstens besser informieren
kann, dazu trägt das Buch von Bronisch auf jeden Fall bei.
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